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+ Die Stonemonkeys auf Besuch bei der ISPO 10

Auch dieses Jahr war auf der ISPO eine Menge an neuen Produkten geboten.

Scarpa

Auf dem Scarpa-Stand gab es neben zahlreichen neuen Produkten auch viele, die sich in den letzten Jahren sehr gut bewährt haben- z.B. Scarpa Mango, Feroce, Booster u.a.

Bei den Kletterschuhen wurde meines Erachtens der Focus auf die neue Vibramsohle XS-Grip2 gerichtet, ansonsten jedoch wurde an dem Modell nicht viel verändert. Bei den Farben konnte ich eigentlich keine Veränderungen entdecken.

La Sportiva

La Sportiva - Katana Laces

Bei La Sportiva ist mir gleich der neue KATANA LACES aufgefallen. Der auf dem Prinzip des KATANA Velcro aufbauende Kletterschuh lässt vieles von sich erwarten.

Ausgestattet wurde der Kletterschuh mit einer P3 Schuhform und der neuen XS-Grip2 Vibramsohle.

Edelrid

Edelrid hat sich in den letzten Jahren zu einem Komplettausstatter in Sachen Outdoor entwickelt. Heuer gab es auf der ISPO die neuen Sitzgurte, Kletterschuhe, Kochgeschirr  und die ganze restliche neue Kollektion zu sehen.

Als kleinen Gag gab es auf dem Edelrid-Stand eine Kiste mit ca. 10cm langen Bandschlingen. Wer es schaffte, die Anzahl der Schlingen so genau wie möglich zu schätzen, konnte eine Kletterausrüstung gewinnen.

EDELRID - ISPO 2010

Weitere Bilder gibt es unter MEDIA / BILDER.

schöne Grüße,
Flo




+ Freier Zugang zu Kletterfelsen!?

 

Die Freiluft-Klettersaison ist schon voll im Gange. Grund genug sich Gedanken über das friedliche Miteinander von Kletterern und Grundeigentümern zu machen.

Früh am Morgen um 10 Uhr ;-) steh ich auf, mach mir meinen Kaffee und gönn mir genüsslich ein Frühstück. Die Klettersachen liegen eh schon im Bus parat und ich muss nur noch Wolfi abholen, dann geht’s rein in die Jagdgründe.

Gegen 11:30 Uhr steh ich bei ihm vor der Tür und es gibt bereits den nächsten Kaffee, bevor es losgeht. Dann starten wir endgültig, ab nach Ginzling zu den wunderbaren „Ewigen Jagdgründen“.

Als wir dort ankommen, trauen wir kaum unseren Augen. Ein Schild „Klettern von Juni bis Oktober verboten. Der Grundbesitzer“.

Schock!

Was ist los?

Wir können es nicht glauben und informieren uns unverzüglich beim Grundbesitzer, der sich gerade auf dem Feld bei Mäharbeiten befindet. Dieser ist nicht gerade gut gelaunt und erklärt uns sichtlich verärgert, dass er es nicht mehr duldet, wenn auf seinem Privatgrund geklettert wird. Auf unser Nachfragen hin erfahren wir auch den Grund dafür: Durch die gestiegene Anzahl an Kletterern befinden sich auch immer mehr schwarze Schafe unter ihnen, die nicht wissen wie man sich aufführt.

  • Sie spielen mit den Kindern im Feld,
  • machen darin ein Picknick,
  • die mitgebrachten Hunde hetzen seine Kühe.
  • Neulich hat er sich sogar ein Mähgerät kaputt

gemacht, weil er in einen im Feld zurückgelassenen Karabiner gemäht hat.

Also eigentlich verständlich, dass er verärgert ist. Dabei ist er normalerweise ein sehr zugänglicher Mensch und auf die Kletterer immer sehr gut zu sprechen gewesen. Man konnte sich mit ihm nett unterhalten und er sah uns oft eine Zeit lang zu und meinte mitunter sogar “Mia taugt des, wia es do a so umaturnt’s“.

Ginzling ist kein Einzelfall!

Klettern ist ein Trendsport, der extrem boomt. Immer mehr Leute begeistern sich dafür. Dieser Trend wird natürlich auch durch das immer besser werdende Hallen- und Kursangebot stark gefördert. Aus den Hallen heraus strömen immer mehr Leute in die Klettergärten. Es müssen/sollen/werden mehr Routen gebohrt und auch komplett neue Klettergebiete eingerichtet, um genügend Kapazität für die steigende Zahl an motivierten KletterInnen zu schaffen. Wo früher eine Ausweiche als Parkplatz genügte, sollen heute zwanzig Autos Platz finden.

Klettergebiete, die „organisch“ gewachsen sind, wurden früher vom Grundbesitzer meist stillschweigend geduldet. Es gab fast nie eine mündliche oder gar schriftliche Abmachung, da sich die Zahl der Kletterer in Grenzen hielt und es nicht weiter störte, wenn ab und zu jemand kletterte.

Mittlerweile werden diese Gebiete beworben, es gibt Kletterführer, Internetseiten ... und dadurch viel mehr KletterInnen.

Der neue Goldesel

Ein weiterer Grund für das Entstehen von Konflikten ist das liebe Geld. Früher ließ mit dem Klettern kein Geld verdienen, was heute ganz anders aussieht.

Während früher die KletterInnen in zerrissenen T-Shirts und kaputten Hosen herumliefen, mit alten Karren durch die Gegend fuhren und kein Geld für Übernachtungen oder gar ein Gasthausessen übrig hatten, ist heute eine „boomende Industrie“ entstanden. Kletterbekleidungs- und Hardwarefirmen schießen aus dem Boden und die Tourismusindustrie rauft sich um die Kletterer.

Das Positive an dieser Entwicklung ist, dass das Material immer besser wird und die Errichtung und Sanierung von Klettergebieten von den Tourismusverbänden gefördert wird. Negativ ist aber, dass einige Grundbesitzer nun glauben, sie können das große Geld mit den KletterInnen verdienen und teilweise utopische Vorstellungen über die Ablöse für betroffene Gebiete haben.

Respekt!

Wo mehr Leute zusammenkommen, ist die Rücksichtslosigkeit im Umgang mit der Natur, vor allem, was das Zurücklassen von Müll angeht, oft ein Problem. Jeder schafft es einen vollen Rucksack mit Getränken, Wurstsemmeln, Müsliriegeln ... in die entferntesten Klettergebiete zu schleppen. Es gibt aber immer wieder welche, die nach dem Klettern zu „bequem“ sind, die leere Verpackung wieder mit nach Hause zu nehmen. Womit man sich natürlich auch nicht unbedingt Freunde macht. Sei es unter den Jägern, Bauern, Förstern oder anderen.

Auch die Sache mit der sanitären Regulierung (auf deutsch „das Klogehen“) stellt oft ein Problem dar. Wenn ab und zu jemand seine Notdurft im Wald verrichtet (weit genug entfernt von den Wegen und den Felsen und anschließend gut mit Steinen abdeckt, sodass keiner versehentlich auf eine solche Tretmine steigen kann), kann das die Natur auf dem natürlichen Verrottungsweg verarbeiten. Bei einer größeren Anzahl von „Waldscheißern“ funktioniert das jedoch nicht mehr und es muss etwas unternommen werden.

Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer sollte in ein Klettergebiet führen!

Jeder Mensch ist anders und anscheinend muss auch jeder seinen eigenen Weg gehen. Im sprich- wie auch im wörtlichen Sinn.

Der sprichwörtliche kann uns hier ja egal sein, aber der wörtliche macht uns Probleme. Es führt zwangsläufig zu einem Konflikt, wenn es keine einheitlichen Zugänge zu den Kletterfelsen gibt. Wenn jeder kreuz und quer über Wiesen, Wald oder Vegetation läuft, muss man damit rechnen, dass man erneut auf einen Konflikt mit dem Grundbesitzer zusteuert.

Wer haftet?

Grundbesitzer stehen Klettergärten oft negativ gegenüber, da sie ein Problem bei der Haftung sehen. Für sie stellt sich die Frage: „Wenn jemand auf meinem Grund klettert, bin ich dann bei Unfällen haftbar?“

Haftbar ist nur der Halter eines Klettergartens, d.h. jemand, der offiziell die Kosten für die Errichtung oder Sanierung eines Klettergartens übernimmt und die Berechtigung hat diese Maßnahmen zu setzen. Dies kann natürlich auch der Grundbesitzer sein, aber nur, wenn er gleichzeitig auch der Halter des Klettergartens ist.

Fazit

Wir müssen unbedingt ein paar Regeln einhalten, um auch für die Zukunft einen freien Zugang zu den Kletterfelsen zu garantieren.

  • Das gilt an aller erster Stelle für uns selber. Wir müssen Rücksicht nehmen auf die Natur und auf die Umwelt. Wir müssen versuchen uns an die lokalen Regeln zu halten.
  • Die rechtliche Situation muss von den KletterInnen (oder Tourismusverbänden, Alpenverein ...) vor Ort abgeklärt werden. Befindet sich der Klettergarten auf Naturschutzgebiet, auf Privatbesitz, auf Bundesforste Grund, gibt es eine mündliche oder schriftliche Genehmigung ...?
  • Zufahrt und Zugang sollten deutlich beschildert sein und auch ausschließlich benützt werden.
  • Nur ausgewiesene Parkplätze dürfen benützt werden.
  • Vorhandene Trockenklos benützen.
  • Den mitgebrachten Müll wieder mitnehmen und ordentlich entsorgen.
  • Vorhandene Absperrungen und Verbote beachten.
  • Unnötigen Lärm vermeiden (vor allem im Wald aus Rücksicht auf das Wild).

Für all diese Punkte ist der Alpenverein der beste Ansprechpartner. Aufgrund seiner Erfahrung und seines im Laufe der Jahre gesammelten „Know How’s“ hat er zahlreiche Lösungsvorschläge (Mustertafeln, Musterverträge, Rechtsauskunft ...) parat und kann als Vermittler zwischen den Parteien unterstützend mithelfen.

Markus Schwaiger



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